Die Fragen zur Beihilfeergänzung

FAQ Beihilfeergänzung 

Geprüft und aktualisiert – Juli 2026

Zusammenfassung (Quick-Check)

  • Lückenfüller: Die Beihilfeergänzungsversicherung schließt empfindliche Finanzierungslücken bei Zahnersatz, Sehhilfen und Heilpraktikern.
  • Für wen? Absolut empfehlenswert für Beamtenanwärter, Referendare und Beamte auf Lebenszeit.
  • Familie: Kinder und Ehepartner profitieren ebenfalls von günstigen Tarifen (bis zu 80 %) Beihilfe).
  • Vorerkrankungen: Dank der Öffnungsaktion ist eine Aufnahme in die PKV auch mit Vorerkrankungen möglich.

Warum eine Beihilfeergänzungsversicherung unverzichtbar ist

Als Beamter auf Probe, Lebenszeit oder auch schon als Referendar genießen Sie die Vorteile der staatlichen Beihilfe. Doch Vorsicht: Die Beihilfe übernimmt nicht immer alle Kosten! Gerade bei teurem Zahnersatz, Sehhilfen, Krankenhausaufenthalten im Zweibettzimmer oder Heilpraktikerleistungen gibt es oft empfindliche Leistungskürzungen. Hier kommt die Beihilfeergänzungsversicherung ins Spiel, die exakt diese Lücken schließt und Sie vor hohen Zuzahlungen aus eigener Tasche schützt.

Ohne einen entsprechenden Ergänzungstarif (oft auch Beihilfeergänzungstarif genannt) zahlen Sie die Differenzbeträge selbst. Da diese schnell in die Hunderte oder gar Tausende Euro gehen können, raten wir dringend dazu, den Schutz Ihrer Privaten Krankenversicherung von Anfang an richtig aufzustellen.

Die wichtigsten Leistungen im Überblick

Ein hochwertiger Ergänzungstarif übernimmt die Restkosten, die von der Beihilfestelle abgelehnt werden. Die Leistungen unterscheiden sich stark je nach Anbieter, weshalb ein fundierter Vergleich unerlässlich ist.

Leistungsbereich Ohne Ergänzungstarif (nur Beihilfe) Mit Beihilfeergänzungstarif
Zahnersatz (z.B. Implantate) Oft hohe Eigenbeteiligung durch Materialkostenkürzungen Erstattung der Restkosten (häufig bis 100%)
Sehhilfen & Brillen Sehr geringe oder gar keine Zuschüsse für Erwachsene Feste und großzügige Budgets für Brillen und Linsen
Heilpraktiker & Naturheilverfahren Strikte Höchstsätze, oft keine volle Kostenübernahme Umfassende Kostenerstattung je nach Vertrag

Tipp von Info-Beihilfe: Achten Sie beim Abschluss darauf, dass auch Kurleistungen und stationäre Zuzahlungen (Krankenhaustagegeld) in der Ergänzungsversicherung enthalten sind. Das erspart Ihnen bei einem längeren Ausfall viel Stress!

PKV oder GKV – Die beste Wahl für Sie

Viele angehende Lehrer und Beamtenanwärter stellen sich zu Beginn ihrer Laufbahn eine grundlegende Frage: Soll ich in die gesetzliche Krankenversicherung gehen oder mich privat versichern? Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber PKV oder GKV im Referendariat.

Für die allermeisten Beamten lohnt sich die PKV finanziell deutlich mehr, da Sie nur den nicht durch die Beihilfe gedeckten Teil versichern müssen. Allerdings gibt es in immer mehr Bundesländern mittlerweile die Pauschale Beihilfe. Um genau herauszufinden, welches System für Ihre individuelle Lebenssituation (Familienplanung, Vorerkrankungen etc.) am rentabelsten ist, empfehlen wir Ihnen die Nutzung unseres Tools: GKV Rechner für Beamte (berechnet auch die pauschale Beihilfe).


Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Beihilfeergänzungsversicherung

Ich bin Beamtenanwärter, also noch kein Beamter auf Lebenszeit. Kann ich mich privat versichern?

Ja, absolut! Gerade für Beamtenanwärter und Referendare gibt es sehr günstige Ausbildungstarife in der Privaten Krankenversicherung. Da Sie in der Regel 50 % Beihilfe erhalten, müssen Sie nur die restlichen 50 % über die PKV absichern. Die Ergänzungsversicherung ist bereits hier empfehlenswert, um drohende Kürzungen bei Zahnersatz oder ersten Brillen sicher auszugleichen.

Wie ist meine Familie versichert?

Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung. Dennoch ist die PKV für Familien von Beamten extrem attraktiv: Für berücksichtigungsfähige Kinder und oft auch für Ehepartner (unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen) zahlt die Beihilfe in den meisten Bundesländern 70 % bis 80 %.
Sie müssen für Ihre Liebsten nur eine  Restkostenversicherungen (20-30 %) abschließen.

Was ist nach der Geburt eines Kindes zu beachten?

Melden Sie die Geburt Ihres Kindes unbedingt innerhalb von zwei Monaten bei Ihrer PKV und der zuständigen Beihilfestelle. Ihr Kind wird durch den sogenannten Kontrahierungszwang (Annahmezwang) ohne Gesundheitsprüfung in die PKV aufgenommen, sofern Sie selbst dort bereits seit drei Monaten versichert sind. Wichtig: Die Ergänzungsbausteine können in diesem Rahmen oft ebenfalls problemlos mitversichert werden.

Kann ich mich mit Vorerkrankungen in der PKV versichern?

Das ist dank der Öffnungsaktion der Privaten Krankenversicherung für Beamte in vielen Fällen problemlos möglich! Wenn Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Erstverbeamtung (auch auf Widerruf) stellen, darf die PKV Sie trotz Vorerkrankungen nicht ablehnen. Es sind keine Leistungsausschlüsse erlaubt, lediglich ein Risikozuschlag von maximal 30 % kann erhoben werden. Achtung: Dies gilt leider nicht für alle Ergänzungstarife. 

Erhalte ich als Beamter einen Arbeitgeberzuschuss?

Als Beamter erhalten Sie keinen klassischen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung, wie es bei Angestellten der Fall ist. Ihr Dienstherr erfüllt seine Fürsorgepflicht über die Beihilfe (Erstattung von Krankheitskosten zu 50 % bis 80 %). Entscheiden Sie sich jedoch in teilnehmenden Bundesländern für die pauschale Beihilfe, erhalten Sie stattdessen einen hälftigen Zuschuss zu den Beiträgen der gesetzlichen Krankenkasse. Die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung zahlen Sie aber selbst.

Kann sich ein Beamter gesetzlich versichern?

Ja, Sie haben als Beamter die Wahl. Jedoch müssen Sie in Bundesländern ohne das Modell der pauschalen Beihilfe als freiwillig gesetzlich Versicherter den Beitrag zu 100 % selbst tragen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) und in Bundesländern mit pauschaler Beihilfe zahlen Sie den Beitrag zur Pflegepflichtversicherung weiter zu 100%.
  Das ist finanziell meist sehr unattraktiv, weshalb sich die große Mehrheit der Beamten für die Private Krankenversicherung in Kombination mit der Beihilfe entscheidet.

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Aktualisiert am 24. Juli 2026
Fachlich geprüft und aktualisiert von Experten Info-Beihilfe

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