Versorgungssituation Beamter bei Dienstunfähigkeit

Dienstunfähigkeit – Das müssen Beamte & Anwärter 2026 wissen

Geprüft und aktualisiert: July 2026

Die Versorgungssituation bei Dienstunfähigkeit ist eines der wichtigsten Themen für angehende und bereits verbeamtete Lehrer sowie Verwaltungsbeamte. Viele gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Dienstherr im Falle einer gesundheitlichen Einschränkung sofort und umfassend zahlt. Die Realität, besonders für Beamtenanwärter (BaW) und Beamte auf Probe (BaP), sieht jedoch völlig anders aus. In diesem Ratgeber erfahren Sie detailliert, mit welchen Leistungen Sie im Jahr 2026 in welchem Beamtenstatus rechnen können.

1. Die wichtigsten Fakten & Termine zur Dienstunfähigkeit

  • Status-Abhängigkeit: Ihre Absicherung hängt komplett von Ihrem Beamtenstatus ab (Widerruf, Probe, Lebenszeit).
  • Die 5-Jahres-Frist: Erst nach einer 5-jährigen Wartezeit (§ 4 BeamtVG) als Beamter haben Sie regulären Anspruch auf ein Ruhegehalt.
  • 0 Euro für Anwärter: Im Referendariat erhalten Sie bei Dienstunfähigkeit in der Regel keinen Cent vom Dienstherrn.
  • Wichtiger Tipp: Achten Sie beim privaten Schutz immer auf eine echte Dienstunfähigkeitsklausel.

2. Kein Ruhegehalt: Beamtenanwärter (BaW)

Für Lehramtsanwärter und Referendare (Beamte auf Widerruf) ist die rechtliche Lage schonungslos: Werden Sie während dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen dienstunfähig, werden Sie aus dem Dienst entlassen (§ 34 BeamtStG). Es gibt keine Schonfrist und kein Ruhegehalt.

Was passiert nach der Entlassung?
Sie werden in der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) nachversichert. Da Sie dort aber in der Regel die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren noch nicht erfüllt haben, erhalten Sie auch von der gesetzlichen Rentenversicherung keine Erwerbsminderungsrente. Das Resultat: Sie sind auf staatliche Grundsicherung (Bürgergeld) angewiesen.

 Dringender Rat für Anwärter

Eine private Absicherung ist hier existenziell. Warten Sie nicht auf die Verbeamtung auf Lebenszeit. Wer im Referendariat ausfällt, fällt finanziell ins Nichts. Lesen Sie hierzu auch unsere grundlegenden Infos zur Dienstunfähigkeit.

3. Versorgung bei Beamten auf Probe (BaP)

Sind Sie Beamter auf Probe, ist Ihre Situation nur minimal besser als die der Anwärter. Grundsätzlich werden auch Beamte auf Probe bei Dienstunfähigkeit entlassen (§ 28 BeamtStG). Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme:

  • Dienstunfall oder Berufskrankheit: Resultiert die Dienstunfähigkeit direkt aus einem anerkannten Dienstunfall (z. B. Unfall auf dem Weg zur Schule), haben Sie Anspruch auf ein Unfallruhegehalt.
  • Krankheit oder privater Unfall: Hier erfolgt die Entlassung und Nachversicherung in der DRV. Da auch hier meist die 5-Jahre-Wartezeit nicht erfüllt ist, droht der finanzielle Ruin.

4. Beamte auf Lebenszeit (BaL): Die Mindestversorgung

Sobald Sie Beamter auf Lebenszeit sind und die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben (Achtung: Studienzeiten werden hier meist nicht voll angerechnet!), ändert sich Ihre rechtliche Position maßgeblich. Sie können nicht mehr so einfach entlassen werden, sondern werden in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

In diesem Fall erhalten Sie die sogenannte Mindestversorgung. Diese liegt je nach Besoldungsgruppe, Familienstand und Bundesland im Jahr 2026 bei etwa 1.900 bis 2.100 Euro brutto. Beachten Sie jedoch: Von diesem Bruttobetrag müssen Sie noch Steuern und den vollen Beitrag für Ihre private Krankenversicherung (PKV) bezahlen. Netto bleibt oft eine spürbare Versorgungslücke zu Ihrem letzten aktiven Gehalt.

5. Tabelle: Versorgungsansprüche 2026 im Vergleich

Beamtenstatus Ursache der DU Staatliche Leistung (Regelfall)
Beamtenanwärter (BaW) Krankheit / Unfall 0 € (Entlassung)
Beamter auf Probe (BaP) Allgemeine Krankheit 0 € (Entlassung)
Beamter auf Probe (BaP) Anerkannter Dienstunfall Unfallruhegehalt
Beamter auf Lebenszeit (BaL) Krankheit / Unfall Mindestversorgung (nach 5 Jahren)

Sonderfall Polizei, Feuerwehr, Justiz: Für bestimmte Berufsgruppen gelten verschärfte körperliche Anforderungen. Lesen Sie hierzu unseren Spezial-Artikel: Dienstunfähigkeit bei Uniformträgern.


Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Versorgungssituation bei Dienstunfähigkeit

Was passiert, wenn ich als Referendar (Beamtenanwärter) dienstunfähig werde?

Als Referendar bzw. Beamter auf Widerruf werden Sie bei Dienstunfähigkeit aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Sie erhalten vom Dienstherrn kein Ruhegehalt und stehen finanziell bei null, weshalb eine private Absicherung unabdingbar ist.

Wann habe ich als Beamter Anspruch auf ein Ruhegehalt?

Einen regulären Anspruch auf ein Ruhegehalt haben Sie erst, wenn Sie Beamter auf Lebenszeit sind und eine Wartezeit von 5 Dienstjahren abgeleistet haben. Ausnahmen gelten lediglich bei einem anerkannten Dienstunfall.

Wie hoch ist die Mindestversorgung im Jahr 2026?

Die amtsunabhängige Mindestversorgung liegt 2026 je nach Bundesland bei ca. 1.900 bis 2.100 Euro brutto. Achtung: Hiervon müssen Sie noch Ihre private Krankenversicherung sowie Steuern bezahlen.

7. Handeln Sie jetzt für Ihre Sicherheit

Wenn gewünscht, können Sie auch einen Termin über die Seite Onlineberatung anfordern.

Dienstunfähigkeitsversicherung

Ihr individueller DU-Vergleich. Mit Rücksicht auf die richtige DU-Klausel.

Ein Service von unserem Expertenteam bei Info-Beihilfe.de:
Kostenlos und Individuell!


↑ Nach oben

Nach oben scrollen