Private Krankenversicherung für Referendare in NRW (2026): Alles, was Sie wissen müssen
Stand: Juni 2026 | Fachlich geprüft und aktualisiert
Lehramtsanwärter in NRW sind Beamte auf Widerruf. Damit sind sie nicht mehr an die gesetzliche Krankenkasse gebunden und dürfen sich privat versichern. Das Land NRW übernimmt durch die individuelle Beihilfe 50%-70% Ihrer Beiträge. Den Rest sichern Sie über eine beihilfekonforme Krankenversicherung (PKV) ab. Wir zeigen Ihnen, warum das für Sie besonders günstig ist und worauf Sie im Jahr 2026 unbedingt achten müssen.
Quick-Check: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Beihilfesatz in NRW: Als lediger Referendar erhalten Sie in der Regel 50 % Beihilfe vom Dienstherrn (bei zwei oder mehr Kindern sogar 70 %).
- Monatliche Kosten: Durch spezielle Anwärtertarife liegt der PKV-Beitrag im Jahr 2026 für Referendare bei sehr günstigen 76 bis 130 Euro im Monat.
- Gesundheitsprüfung: Sie können,wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, Ihren jetzigen Gesundheitszustand, für einen Monatsbeitrag von 1 bis 3 Euro“einfrieren“.
- Achtung: Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist im Referendariat meist deutlich teurer, da der Arbeitgeberanteil wegfällt.
Inhaltsverzeichnis
1. So funktioniert das Beihilfesystem in NRW
Als Lehramtsanwärter in Nordrhein-Westfalen haben Sie Anspruch auf Beihilfe. Das bedeutet: Reichen Sie Arztrechnungen ein, erstattet Ihnen die Beihilfestelle NRW einen festgelegten Prozentsatz der Kosten. Für alleinstehende Referendare sind das 50 Prozent. Wenn Sie verheiratet sind oder Kinder haben, kann sich dieser Satz erhöhen (bei zwei berücksichtigungsfähigen Kindern auf 70 Prozent).
Die verbleibenden 50 Prozent (bzw. 30 Prozent) Ihrer Gesundheitskosten müssen Sie über eine private Restkostenversicherung (Beihilfeergänzung) abdecken. Genau hier kommt die PKV ins Spiel.
2. Kosten: Wie viel kostet die PKV für Lehramtsanwärter?
Das wohl überzeugendste Argument für die private Krankenversicherung im Referendariat sind die Kosten. Da Sie sich in der Ausbildung befinden, bieten die Versicherungsgesellschaften sogenannte Anwärtertarife an.
Warum ist die PKV im Referendariat so günstig?
In den Anwärtertarifen werden noch keine Altersrückstellungen gebildet. Das sind Sparanteile, die normalerweise dafür sorgen, dass die Beiträge im Alter stabil bleiben. Da das Referendariat auf 18 Monate (in NRW) begrenzt ist, wird auf diese Sparanteile verzichtet. Das Ergebnis: Die monatlichen Beiträge liegen 2026 im Durchschnitt bei lediglich 76 bis 130 Euro – abhängig von Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Gesundheitszustand.
3. GKV oder PKV im Referendariat? Der Vergleich
Oft fragen uns angehende Lehrkräfte, ob sie nicht einfach in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben können. Das ist zwar möglich (als freiwilliges Mitglied), aber in Nordrhein-Westfalen finanziell meist extrem unvorteilhaft. Der Grund: Das Land NRW zahlt Ihnen als Beamter keinen Arbeitgeberzuschuss zur GKV. Sie müssten den vollen Beitrag (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) aus eigener Tasche zahlen.
| Kriterium | Private Krankenversicherung (PKV) | Gesetzliche Krankenkasse (GKV) |
|---|---|---|
| Beihilfe (Zuschuss) | Ja (in NRW i.d.R. 50% Erstattung) | Nein, kein Arbeitgeberzuschuss |
| Durchschnittliche Kosten | ca. 76 – 130 Euro / Monat | ca. 200 – 250 Euro / Monat |
| Leistungen | Privatpatient (Zweibettzimmer, Chefarzt, Heilpraktiker etc. zubuchbar) | Regelleistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB V) |
4. Gesundheitsprüfung und Vorerkrankungen
Bevor Sie in die PKV aufgenommen werden, prüft die Versicherung Ihren Gesundheitszustand. Beantworten Sie diese Gesundheitsfragen unbedingt 100% wahrheitsgemäß. Viele Anwärter machen sich Sorgen wegen Vorerkrankungen (z. B. Allergien, Heuschnupfen, psychotherapeutische Behandlungen). Hier gibt es jedoch keinen Grund zur Panik.
Sollten gravierende Vorerkrankungen bestehen, gibt es für Beamte auf Widerruf die sogenannte Öffnungsaktion der PKV. Diese garantiert, dass Sie unabhängig von Vorerkrankungen aufgenommen werden und Risikozuschläge auf maximal 30 Prozent des Tarifbeitrags begrenzt sind. Weitere Details dazu finden Sie auf unserer Detailseite zur Öffnungsaktion.
5. Wie geht es nach dem Referendariat weiter?
Sobald Sie Ihr Staatsexamen bestanden haben und als Beamter auf Probe (BaP) übernommen werden, entfällt der Anwärterstatus. Ihre PKV wird dann auf einen regulären Volltarif umgestellt. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt Altersrückstellungen gebildet werden und der monatliche Beitrag steigt. Die gute Nachricht: Wenn Sie bei Ihrer bisherigen Gesellschaft bleiben, entfällt in der Regel eine erneute Gesundheitsprüfung. Es lohnt sich also, die Gesellschaft bereits im Vorfeld sorgfältig mit Blick auf die Zeit nach dem Referendariat auszuwählen.
Lassen Sie sich bei dieser wichtigen Entscheidung frühzeitig und unabhängig von uns beraten.
